Prozess nach Rheinbad-Tumulten 2019: Saison 2020 friedlich

dpa Düsseldorf. Im Corona-Jahr 2020 blieb alles friedlich. Doch vergangenes Jahr machte das Düsseldorfer Rheinbad bundesweit Schlagzeilen. Die Tumulte von damals haben jetzt ein Nachspiel vor Gericht.

Prozess nach Rheinbad-Tumulten 2019: Saison 2020 friedlich

Mehr als ein Jahr nachdem Tumulte im Düsseldorfer Rheinbad bundesweit für Aufsehen gesorgt haben kommt ein mutmaßlicher Täter heute vor Gericht. Der damals 16-Jährige soll am Abend des 26. Juli 2019 zu einer Bediensteten des Rheinbads laut Amtsgericht gesagt haben: „Wenn wir uns privat sehen, klatsche ich dich gegen die Wand.“ Außerdem: „Ich töte dich!“

Der Tatvorwurf gegen den heute 18-Jährigen lautet auf Bedrohung. Der Prozess vor einem Jugendstrafrichter findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Rheinbad war am 29. und 30. Juni sowie am besagten 26. Juli 2019 mit Hilfe der Polizei geräumt worden. Neben dem damals 16-Jährigen war im Zuge des dritten Tumults auch Anzeige gegen einen 27-Jährigen erstattet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde dieses Verfahren bereits mit einem Strafbefehl rechtskräftig beendet. Der Mann musste 30 Tagessätze à 20 Euro - also 600 Euro - zahlen, nachdem er bei der Räumung eine Polizistin als „dreckiges Stück Scheiße“ beleidigt hatte.

Direkt nach den Vorkommnissen im vergangenen Sommer hatte die Bädergesellschaft reagiert und eine Videoüberwachung installiert, sowie Ausweiskontrollen eingeführt. Ähnliche Szenen gab es für den Rest der Saison 2019 nicht mehr. Eine Security-Firma, die nach den Tumulten für den Sommer 2020 engagiert wurde, hatte unerwartet wenig zu tun: Durch die Corona-Pandemie öffneten die Freibäder mit Verspätung. Die Gästezahlen wurden streng limitiert, Tickets musste man vorher online reservieren. „Die Freibadsaison 2020 verlief in allen städtischen Freibädern ohne besondere Vorkommnisse“, so eine Sprecherin.