Kreis BorkenFREI

Evangelischer Kirchenkreis wählt erstmals Frau an die Spitze

Susanne Falcke ist Superintendentin

Montag, 20. September 2021 - 08:00 Uhr

von Borkener Zeitung

Susanne Falcke wird neue Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken. Bei der Wahlsynode am Freitagabend in der Großen Kirche Burgsteinfurt wählte die Synode die 46-Jährige im fünften Wahlgang mit 55 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen ins höchste Leitungsamt des Kirchenkreises.

Foto: pd

Susanne Falcke ist als erste Frau zur Superintendentin des Kirchenkreises gewählt worden.

KREIS BORKEN . Ihr Gegenkandidat Oliver Günther hatte seine Kandidatur nach dem vierten Wahlgang zurückgezogen. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Evangelischen Kirchenkreises, dass eine Frau das Amt der Superintendentin bekleidet.

Der Entscheidung war ein Wahlkrimi vorausgegangen, da in den ersten vier Wahlgängen keiner der beiden Kandidaten die notwendige Mehrheit von mindestens 49 stimmberechtigten Synodalen auf sich vereinen konnte. Im ersten Wahlgang hatte Falcke 46 Stimmen bekommen, Günther erhielt 37 Stimmen bei einer Enthaltung. Auch der zweite (Falcke: 47, Günther: 35, Enthaltungen: 1), dritte (Falcke: 43, Günther: 38, Enthaltungen: 2) und vierte (Falcke: 46, Günther: 34, Enthaltungen: 3) Durchlauf brachte keine Entscheidung. Bevor der fünfte Wahlgang eingeleitet wurde, verzichtete Günther, „da für mich keine Mehrheit ersichtlich ist“.

Fünfter Wahlgang war Formsache

Der fünfte Wahlgang war dann nur noch Formsache, der Gewählten war die Erleichterung sichtlich anzumerken. „Ich bin froh, dieses Amt nun antreten zu dürfen und trete dabei in große Fußstapfen“, so Falcke.

Susanne Falcke löst nach 17 Jahren Superintendent Joachim Anicker an der Spitze des Evangelischen Kirchenkreises ab, der zum Ende des Jahres in den Ruhestand tritt. Die Amtsübergabe findet zum Jahreswechsel statt.

Der Wahl war eine intensive Befragung vorausgegangen. Falcke hatte darin deutlich gemacht, dass die Kirche für sie aus drei fundamentalen Bausteinen bestehe: Den Menschen, die sich in der Kirche in verschiedenen Ämtern einbringen, dem Glauben als zentralem gemeinsamen Anker und den Außenstehenden, welche die Kirche nicht aus dem Blick verlieren dürfe. „Als Gemeinschaft werden wir erleben, wie Gottes Kraft uns bewegt – das ist meine Vision von Kirche.“

Acht Jahre im höchsten Amt

Susanne Falcke ist seit 2011 Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Dülmen. Erst im vergangenen Jahr hatte die Synode des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken sie zur Stellvertreterin (Assessorin) von Superintendent Joachim Anicker gewählt. Die gebürtige Recklinghäuserin studierte Theologie in Münster und Berlin und kam 2008 als Pfarrerin nach Dülmen, wo sie 2011 auf die erste Pfarrstelle gewählt wurde. Sie ist verheiratet und hat drei Töchter.

Die Amtszeit im höchsten Leitungsamt des Kirchenkreises beträgt acht Jahre. Danach ist eine Wiederwahl möglich. Die Superintendentin leitet den Kirchenkreis in gemeinsamer Verantwortung mit den gewählten Mitgliedern des Kreissynodalvorstands (KSV). Er führt zudem im Auftrag der Landeskirche die Dienstaufsicht über Pfarrerinnen und Pfarrer sowie über alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die im Kirchenkreis ein Amt ausüben.