BorkenFREI

„Cringe“ ist das Jugendwort des Jahres

Schulze-Favorit wird Jugendwort des Jahres

Mittwoch, 27. Oktober 2021 - 20:30 Uhr

von Markus Schönherr

Für Schulze-Reporter Leo Nienhaus war es schon im vergangenen Jahr das Jugendwort des Jahres. Jetzt hat es „cringe“ tatsächlich auf den ersten Platz geschafft. Der Langescheidt-Verlag hat die Ergebnisse der Wahl 2021 bekanntgegeben. „Cringe“ liegt vor der Wörtern „sus“ und „sheesh“.

Foto: pixabay/Schmidt

Die Veranstalter des Wettbewerbs erklären auch, was die Wörter bedeuten. „Cringe drückt ein Gefühl des Fremdschämens aus“, heißt es in der offiziellen Bekanntgabe. So könne es zum Beispiel „cringe“ oder „cringy“ sein, wenn Erwachsene, beim Versuch cool zu wirken, Jugendsprache verwenden. „Sheesh“ ist ein Ausdruck des Erstaunens und „sus“ ist eine Abkürzung für „Suspekt“.

1,2 Millionen Beiträge sind eingegangen

Das Jugendwort 2021 wurde nicht wie früher von Erwachsenen ausgewählt. Vielmehr konnten Jugendliche in mehreren Runden Vorschläge machen und über die am häufigsten genannten Vorschläge abstimmen. 1,2 Millionen Beiträge seien eingereicht worden, so der Langenscheidt-Verlag.

Nachdem erst die beliebtesten zehn Wörter zur Auswahl standen, ging es in der letzten Voting-Runde nur noch um die drei Erstplatzierten. „Cringe“ kam dabei auf 42 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit ist das Wort der Nachfolger von „lost“, das im vergangenen Jahr Jugendwort des Jahres geworden ist. „Lost“ ist ein Ausdruck der Ahnungslosigkeit und der Unsicherheit, der auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verwendet wird.

Leo Nienhaus behielt recht

Vor einem Jahr hatten einige Schulze-Reporter ihre eigenen Vorschläge für das Jugendwort 2020 veröffentlicht. Leo Nienhaus hatte damals schon als Favoriten „cringe“ genannt. „Findet man etwas peinlich, dann ist es ,cringe’“, erklärte er damals. Mit einem Jahr Verzögerung behielt er also Recht: „Cringe“ ist das Jugendwort 2021.

Übrigens: Vor einem Jahr hatte die Schulze-Redaktion noch zwei weitere Vorschläge: „Karma“ und „anders“. Auf das „Karma“ kann man es schieben, wenn einem ein Missgeschick passiert. Und „anders“ ist ein Ausdruck für eine Besonderheit. Beispiel: „Das ist anders lustig.“ Mal sehen, ob die beiden Vorschläge aus der Schulze-Redaktion in den nächsten Jahren bei der Wahl zum Jugendwort vorne landen werden.